Die traurige Wahrheit ist, dass dein Gehirn dir nicht hilft, wenn du dick wirst. Aus evolutionärer Sicht ist es viel besser, dick zu sein, als zu verhungern. Wäre unser Gehirn klüger, würde es natürlich berücksichtigen, dass es in der modernen Welt Nahrung im Überfluss gibt und dass Übergewicht jedes Jahr für Hunderttausende von Todesfällen verantwortlich ist. Aber so ist unser Gehirn nicht gebaut, und so müssen wir einfach lernen, mit den Systemen der Gewichtsregulierung zu leben, die sich um die Notwendigkeit der Nahrungsspeicherung herum entwickelt haben.
Da die Gewichtskontrolle so wichtig ist, arbeiten mehrere sich überlappende Systeme daran, dein Gewicht auf dem Niveau zu halten, das dein Gehirn als angemessen erachtet und das als „Zielwert“ bezeichnet wird. Die Wissenschaft kennt beispielsweise mehr als ein Dutzend Neurotransmitter, die dem Körper signalisieren, dass er zunehmen soll, und mehr als ein Dutzend, die dem Körper signalisieren, dass er abnehmen soll. Wenn du versuchst, dein Gewicht zu verändern, indem du weniger isst, greift dein Gehirn zu Tricks, um dein Gewicht auf dem gewünschten Niveau zu halten. Einer davon ist, den Ruheumsatz zu senken, also die Energiemenge, die du verbrauchst, wenn du still sitzt. Ein anderer ist, dich hungrig zu machen, damit du mehr essen willst. Schließlich kann dein Gehirn versuchen, dich auszutricksen. Wenn du den Eindruck hast, dass ein Kuchen nicht so viele Kalorien hat, wenn du ihn in kleinen Bissen vom Teller eines anderen isst, dann bist du auf die Lügen deines Gehirns hereingefallen.